Geschichtspark Balve
Die Korn- und Sägemühle
Wasserkraft für Korn und Holz
Die Wocklumer Mühle mahlte Getreide und schnitt Holz. 2025 wurde sie wegen starker Baufälligkeit abgerissen.
Korn und Sägemühle Wocklum
Die Wocklumer Mühle gehört zu den alten technischen Orten in Wocklum. Schon 1451 wird eine Kornmühle in einem Kaufvertrag genannt. Damit reicht ihre Geschichte weit zurück in eine Zeit, in der Mühlen für die Versorgung der Menschen besonders wichtig waren.
Im Jahr 1743 wurde die Anlage durch Maria Theresia von Landsberg, geborene Freifrau von der Reck zu Steinfurt, ausgebaut und erneuert. Danach wurde sie als Korn und Holzschneidemühle verpachtet. Hier wurde also nicht nur Getreide verarbeitet. Auch Holzstämme wurden mit Hilfe der Wasserkraft zu Brettern geschnitten.
Über viele Generationen war die Mühle mit der Familie Cordes verbunden. Seit dem 19. Jahrhundert prägte sie den Betrieb der Anlage. Das Wasser der Borke trieb früher große Mühlräder aus Eichenholz an. Ihre Bewegung setzte die Technik im Inneren der Mühle in Gang. So entstanden Schrot, Backschrot und feineres Mehl für den Alltag der Menschen in der Umgebung.
Im Jahr 1884 erhielt die Kornmühle eine Turbine. Damit wurde die alte Wasserkraft moderner genutzt. Die Holzschneidemühle arbeitete noch länger mit Wasserkraft und wurde erst 1944 auf Motorantrieb umgestellt. Die Kornmühle soll bis 1952 in Betrieb gewesen sein.
Wegen extremer Baufälligkeit wurde die Kornmühle im Jahr 2025 abgerissen. Damit ist ein historischer Bau verloren gegangen. Die Sägemühle ist erhalten geblieben. Die Geschichte bleibt jedoch ein wichtiger Teil der Wocklumer Ortsgeschichte. Sie erinnert an die enge Verbindung von Wasser, Handwerk und Technik und daran, wie die Kraft der Borke über Jahrhunderte das Leben und Arbeiten in Wocklum mitprägte.
