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Geschichtspark Balve

Geologischer Aufschluss
Ein Fenster in die Erdgeschichte

Ein Gestein wie ein Ameisenlabyrinth. 
Der Aufschluss am Burgberg zeigt Spuren eines Meeresraumes vor rund 360 Millionen Jahren.

Geologischer Aufschluss am Burgberg

Am Burgberg bei Wocklum ist nicht nur die Geschichte der Wallburg sichtbar. Auch die Erdgeschichte tritt hier offen zutage. Im Bereich des Borkewehrs findet sich ein geologischer Aufschluss mit Kramenzelkalk. Dieses Gestein gehört zu den Ablagerungen am Übergang vom Devon zum Karbon und ist damit rund 360 Millionen Jahre alt.

Der Kramenzelkalk entstand in einem Meeresraum. Am Meeresboden lagerten sich feiner Kalkschlamm und tonige Sedimente ab. Während der Verfestigung des Sediments bildeten sich unregelmäßige Kalkknollen in einer tonigen bis schiefrigen Grundmasse. Diese besondere Struktur macht den Kramenzelkalk leicht erkennbar.

Aus der Nähe wirkt das Gestein manchmal fast wie ein kleines Ameisenlabyrinth. Die härteren Kalkknollen bleiben bei der Verwitterung besser erhalten. Das weichere Material dazwischen wird leichter ausgewaschen. So entstehen unruhige Oberflächen, Vertiefungen und netzartige Formen. Fachlich handelt es sich aber nicht um ein echtes Gangsystem, sondern um eine knollige Gesteinsstruktur.

Der Aufschluss bei Wocklum ist wissenschaftlich besonders interessant. Er gehört zu den wichtigen Profilen am Übergang vom Devon zum Karbon im Rheinischen Schiefergebirge. Damit erzählt der Burgberg nicht nur von Menschen, Schutzanlagen und dem frühen Mittelalter. Unter unseren Füßen liegt eine viel ältere Geschichte. Sie führt zurück in eine Zeit, als das heutige Sauerland Teil eines Meeresraumes war.