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Geschichtspark Balve

Das alte Forsthaus

Wo heute dichtes Grün wächst, stand früher ein Forsthaus.

Das ehemalige Forsthaus im Schneewinkel

Im Schneewinkel bei Mellen stand früher ein Forsthaus der Grafen von Landsberg-Velen. Der Schneewinkel ist eine alte Flurbezeichnung für den Bereich vom Ortsausgang Mellen in Richtung Wocklum. Der Name wird in der örtlichen Überlieferung mit der besonderen Lage des Ortes erklärt. Im Winter soll sich hier der Schnee oft länger gehalten haben als in der Umgebung.

Um 1850 pachtete Philipp Arens das Anwesen. Die Familie lebte über drei Generationen hinweg im Schneewinkel. Für sie war das Haus weit mehr als ein Gebäude. Es war Wohnhaus, Geburtshaus und Mittelpunkt des Alltags. Überliefert ist, dass hier Kinder mit Eltern und Großeltern unter einem Dach aufwuchsen.

Der Weg zwischen Mellen und Wocklum war früher Teil des Alltags vieler Menschen. Auch Arbeiter nutzten ihn zu Fuß, um zur chemischen Fabrik nach Wocklum zu gelangen. Diese wurde 1822 gegründet. Ab 1950 entstanden neue Werksanlagen in Balve, wodurch sich der Betrieb nach und nach vom alten Standort verlagerte.

Mit dem Forsthaus verbinden sich viele Erinnerungen. In der Familie wurden Erzählungen von schönen und idyllischen Tagen weitergegeben. Gleichzeitig gehören auch schwere Kriegserlebnisse zu den Geschichten, die von dort überliefert wurden. 

Nach Angaben der Familie wurde das Haus 1956 abgerissen. Heute ist der Bereich dicht bewachsen und auf den ersten Blick kaum noch als ehemaliger Wohnplatz zu erkennen. Die Spuren des alten Anwesens lassen sich aber noch erahnen. Auffällig ist, dass sich der Baumbewuchs an dieser Stelle verändert. Im Gelände sind außerdem einzelne Gesteinsmauern des früheren Kellers erhalten. Auf der gegenüberliegenden Seite des Weges befindet sich noch der alte Wasserbehälter.