Geschichtspark Balve
Hüttenteich und Obergraben
Wasserkraft für die Hütte
Durch einen Obergraben speist der Borkebach den Hüttenteich mit Wasser.
Es trieb die drei Wasserräder des Hochofengebläses der Luisenhütte, der Schlackenpoche und des oberen Wocklumer Stabhammers an.

Hüttenteich und Obergraben: Wasserkraft für die Hüttenanlagen
Durch einen 1,2 km langen Obergraben speist der Borkebach den Hüttenteich mit Wasser. Während der Öffnungszeiten der Luisenhütte können Besucher damit das Wasserrad des Hochofengebläses selbst in Gang setzen. Früher trieb der Hüttenteich auch die Wasserräder der Schlackenpoche und des oberen Wocklumer Stabhammers an.
Wasserkraft für Holzkohle-Hochöfen
Um Roheisen und Schlacke in Holzkohle-Hochöfen zu schmelzen und zu verflüssigen, waren Temperaturen von 1.400 bis über 1.700 °C notwendig. Dafür blies man kontinuierlich jede Minute eine dem Volumen des Schachts entsprechende Menge Luft, von Hüttenleuten »Wind« genannt, in den Ofen.
Mit Muskelkraft betriebene Blasebälge konnten dies nicht leisten. Das gelang nur mit großen Balg-, Kasten- oder Kolbengebläsen. Leistungsfähige Hochofengebläse ließen sich aber nur mit der Kraft großer Wasserräder antreiben. Deshalb errichtete man Holzkohle-Hochöfen immer an Bachläufen.
Wasserkraft für die Luisenhütte
In Wocklum lieferte der Borkebach die Wasserkraft für das Hochofengebläse. Wasser der Borke wird heute noch in einen 1,2 km langen Obergraben abgezweigt und in den Hüttenteich geleitet. Er war als Wasserspeicher unverzichtbar, weil der Hochofenprozess nicht unterbrochen werden durfte.
Das große Wasserrad der Luisenhütte drehte sich bis zu neun Monate lang ständig, um das Hochofengebläse anzutreiben. Dürreperioden im Sommer oder das Einfrieren des Bachs im Winter bedrohten immer wieder das Gelingen von Hochofenkampagnen.
Erst die Inbetriebnahme einer Gebläse-Dampfmaschine im Jahr 1855, die bei Trockenheit oder Frost zugeschaltet werden konnte, bannte diese Gefahr. Während der Öffnungszeiten der Luisenhütte können Besucher das Wasserrad, die beiden Kolbengebläse und die Dampfmaschine selbst in Gang setzen.
Wasserkraft für die Schlackenpoche und den Stabhammer
Das Schlacken-und Erzpochwerk der Luisenhütte und der Schmiedehammer des oberen Wocklumer Stabhammers, in dem sich heute das Museum Balve befindet, waren ebenfalls auf die Wasserkraft aus dem Hüttenteich angewiesen. Insgesamt trieb das Wasser des Hüttenteichs also drei Wasserräder an.


