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Geschichtspark Balve

Erzaufbereitung und Holzkohlen
Rösten und Auffahren

Im Röstofen wurden die vorab zerkleinerten und gewaschenen Erze von Schwefel und Wasser befreit. 
Täglich mussten die aufbereiteten Erze und Holzkohlen auf die Gichtbühne getragen oder geschoben werden.

Erzaufbereitung und Holzkohlen: Das Rösten und Auffahren

Im Röstofen wurden die vorab zerkleinerten und gewaschenen Erze von Schwefel und Wasser befreit. Jeden Tag mussten die Tagelöhner die aufbereiteten Erze, die Holzkohlen und Kalkstein als Zuschlagsstoff auf die Gichtbühne tragen oder ab 1834/35 in Schubkarren über die steile Möllerrampe hochschieben.

Der Erzröstofen

Die bis zu 15 verschiedenen Eisenerzsorten hatten in der Nähe der Bergwerke schon Wäschen durchlaufen, in der wasserlösliche Bestandteile entfernt wurden. An der Luisenhütte zerkleinerten die Tagelöhner zu große Erzbrocken und klaubten taubes Gestein heraus. Anschließend transportierten sie die Erze zu einem Röstofen von etwa 4 x 4 m Grundfläche. Mit seiner Rückwand war er in den Berghang an der Rückseite der Hütte gebaut. 

Darin erhitzten die Tagelöhner oder der Platzwart die schwefelhaltigen und feuchten Erze tagelang. So machten sie diese mürbe und trieben ihnen einen Teil des für den Hochofenprozess schädlichen Schwefels als Schwefeldioxid aus. Nicht wasserlösliche Salze des Schwefelwasserstoffs wandelten sich zudem in wasserlösliche Salze der Schwefelsäure um, welche man durch eine zweite Erzwäsche entfernte. Anschließend wurden die Eisensteine noch einmal getrocknet, ehe man mit ihnen den Hochofen beschickte.

Die Holzkohle

In Wocklum wurde die teurere, aber stabilere Holzkohle aus Meilern mit billiger Retortenholzkohle aus der eigenen Holzkohlenfabrik gemischt. Bei zu hohem Druck drohte letztere zu pulverisieren, weshalb der Hochofen nur zehn statt der sonst maximal möglichen 16 m hoch gebaut werden konnte.

Auffahren des Materials auf die Gichtbühne

Ab 1855 verschlang der Hochofen der Luisenhütte täglich 2,5 m3 Eisenerz und 6,3 m3 Holzkohle. Auf hölzerne Schubkarren verteilt, mit denen die Tagelöhner das Material die 17 % steile Möllerrampe hochschoben, entsprach dies 100 halbvollen Karren Eisenerz zu 135 kg, 125 vollen Karren mit Holzkohle zu 35 kg sowie einigen weiteren vollen Karren mit Kalkstein zu 145 kg. Bis 11 Uhr morgens musste alles aufgefahren sein. Vor dem Neubau der Hütte 1834/35 trug man das Material in Respenkörben auf den Möllerboden.