Geschichtspark Balve
Talblick auf die Luisenhütte
und das MUBA
Das Industriemuseum Luisenhütte Wocklum und das Museum für Vor- und Frühgeschichte der Stadt Balve befinden sich in der ältesten fast vollständig erhaltenen Eisenhütte und Eisengießerei Deutschlands.

Der Montankonzern Luisenhütte
1758 bis 1864 betrieb die Adelsfamilie von Landsberg zu Erwitte, die ab 1792 von Landsberg-Velen hieß, die Wocklumer Eisenhütte. 1834/35 nannte Graf Ignaz sie zu Ehren seiner Ehefrau in Luisenhütte um. Bis 1864 modernisierte und erweiterte er die Hüttenbetriebe mehrfach. So entstand ein frühindustrieller Montankonzern.
Die meisten Betriebsanlagen befanden sich in Wocklum: der Hüttenteich samt Obergraben, die Eisenhütte mit Holzkohle-Hochofen, wassergetriebenem doppelten Kolbengebläse, Gebläse-Dampfmaschine, Röhren-Winderhitzer, Erz- und Schlackenpoche, Erzröstofen, Möllerrampe, Platzknechtswohnung sowie Eisengießerei mit zwei Kupolöfen, der wassergetriebene obere Wocklumer Stabhammer, eine Holzkohlen-Fabrik, zwei Holzkohlen-Lagerschuppen, eine Teerfabrikation, das Schreiberhäuschen, der Pferdestall des Hüttenschreibers, ein Wohnhaus für wandernde Hüttenarbeiter und ein Eisenerzbergbau-Versuchsstollen.
Umnutzung zum Denkmal und Museum
Nach der Stilllegung verhinderte die abseitige Lage einen Abriss der Betriebsanlagen. Erst 1937 drohte ein Abbruch der Gebäude. Der Lenne-Bezirksvereins des Vereins Deutscher Ingenieure gewann Behörden, Verbände und Eisenhütten des Ruhrgebiets für eine Rettungsaktion.
1950 machten sie die Luisenhütte der Öffentlichkeit als Kulturdenkmal zugänglich. 2004 stufte der Bund sie als technisches Baudenkmal von nationaler kultureller Bedeutung ein. 2004 bis 2006 folgte eine denkmalgerechte Sanierung und ihre Umnutzung zum Industriemuseum. Zugleich wurde der viele Jahrzehnte als Schreinerei genutzte frühere Wocklumer Stabhammer das neue Domizil des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Stadt Balve. Beide Museen wurden bis 2026 modernisiert und sind vom 1. Mai bis zum 31. Oktober geöffnet.