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Geschichtspark Balve

Schlackenpoche
Die Gewinnung des restlichen Roheisens

Die Schlackenpoche zertrümmerte die Hochofenschlacke. 
So kam man an das darin enthaltene Resteisen. 
Sie konnte auch Eisenerzbrocken zerkleinern, die sonst zu groß für die Verhüttung gewesen wären.

Schlackenpoche: Eine Stampfmühle für das restliche Roheisen

Die Schlackenpoche war ein mit Wasserkraft angetriebener Stampfhammer. Sie zerschlug und zermalmte die Hochofenschlacke der Luisenhütte, um das darin enthaltene restliche Roheisen verwerten zu können. Man nutzte sie auch für das Zerkleinern von Eisenerzbrocken, die zu groß für den Verhüttungsvorgang waren.

Die Hochofenschlacke

Bei der Erzeugung von Roheisen im Hochofen entsteht als Schmelzrückstand glasartige Schlacke. So nennt man die geschmolzenen unbrauchbaren Gesteinsanteile des Eisenerzes. Pro Tonne Roheisen sind das in der Regel 200 bis 300 kg dieses Abfallproduktes. Der Anteil lag auf der Luisenhütte vermutlich höher, da die hier verhütteten Erze von geringer Qualität waren. Ihre Schlacke enthielt immer noch Reste an Roheisen, deren Weiterverarbeitung sich lohnte.

Die Schlackenpoche

Am Untergraben der Wocklumer Eisenhütte befand sich das Schlackenpochwerk mit sechs kleinen Stampfhämmern, deren wiederholter Fall die zu zerkleinernden Schlacken zertrümmerte. Ein Wasserrad trieb eine waagerechte Welle an. Sie war vermutlich mit 18 Nocken in dreigängiger spiralförmiger Anordnung ausgestattet, die jeden Hammer dreimal pro Umdrehung anhoben. Die Arbeit daran gehörte zu den Aufgaben der Tagelöhner der Luisenhütte. 

Dabei wurden die Schlackenstücke zerkleinert und ihre sandigen Bestandteile vom Wasser weggeschwemmt. Übrig blieb das wie große Schrotkugeln aussehende Wascheisen, ein minderwertiges Roheisen, das für die Weiterverarbeitung bestimmt war. Gröbere Schlackenreste entsorgten die Schlackenpocher auf der Schlackenhalde neben dem Insthaus, dem Wohnhaus für wandernde Hüttenarbeiter.

Nutzung als Erzpochwerk

Wenn Eisenerze angeliefert wurden, deren Stücke zu groß für den Verhüttungsprozess waren, konnte die Stampfmühle auch als Erzpochwerk genutzt werden. Bei dieser Gelegenheit sortierten die Tagelöhner auch taubes Gestein ohne Eisenanteile aus. Kleinere Erzstücke ließen sich im Hochofen effektiver ausschmelzen. Zudem verringerten sie das Risiko von explosionsartigen Verpuffungen im Hochofen, das von in Erzstücken gebundenem Wasser ausging.