Geschichtspark Balve
Die Trafostation:
Eine Technische Zeitreise
Dieser unscheinbare Ort beherbergt die spannende Geschichte der Elektrifizierung.
Erlebe, wie sich die Region durch die Einführung von Strom veränderte und welche Rolle die Trafostation dabei spielte.

Die Trafostation
Das kleine Turmgebäude oberhalb der Wocklumer Allee erinnert an eine Zeit, in der elektrischer Strom in Balve noch etwas Neues war.
Bereits um 1900 wurde die Stadt durch ein Kraftwerk an der Gransauer Mühle mit elektrischer Energie versorgt. Zunächst war diese Stromversorgung örtlich begrenzt. Mit dem Ausbau des Netzes entstanden später Leitungen, die auch weiter entfernte Bereiche versorgen konnten. Die 1913 errichtete Trafostation steht für diese neue Phase der Elektrifizierung Balves.
Auch ihr Standort ist bemerkenswert. Hoch über der Wocklumer Allee ist das Gebäude schon von weitem zu sehen. Von hier aus besteht ein räumlicher Bezug zu Schloss Wocklum, zur ehemaligen Wocklumer Mühle, wo heute nur noch das Sägewerk steht, und zur Luisenhütte. Damit gehört die Trafostation zu einer Landschaft, in der sich mehrere Jahrhunderte Technik und Industriegeschichte ablesen lassen.
Auf den ersten Blick erinnert das Gebäude kaum an einen technischen Zweckbau. Der achteckige Turm besteht aus Bruchstein und trägt ein spitzes Dach. Seine Gestaltung greift die Form eines Burgturms auf. Solche historischen Formen waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch bei neuen technischen Bauaufgaben noch verbreitet.
Heute ist die Trafostation ein Baudenkmal. Sie macht anschaulich, wie sich die Energieversorgung zu Beginn des 20. Jahrhunderts veränderte und der elektrische Strom zunehmend auch die Umgebung Balves erreichte.